Meine Zeit steht in Deinen Händen

Mit diesem Wort aus Psalm 31 werden wir am 31.12. dieses Jahr beschließen. Es ist ein wahrhaft weises Wort, weil es uns daran erinnert, dass wir nicht die Herren der Zeit sind. Natürlich, das merken alle Menschen in unserer schnell-lebigen Zeit von allein; die Zeit scheint uns davon zu rennen, unsere Terminkalender sind übervoll. Gerade die Weihnachtszeit ist immer so schnell heran und dann aber auch wie im Fluge vorbei. Der Adventskalender soll den Kindern die Wartezeit verkürzen; die Erwachsenen erschrecken beim Anblick der vielen schon geöffneten Türchen.
Ein altes Symbol für die Zeit ist die Sanduhr, aber sie gilt auch als Zeichen für die Endlichkeit unseres Lebens. Wenn der Sand durch die Taille des Uhrenglases geronnen ist, dann ist die Zeit um. Und die Uhr des Lebens wird, im Gegensatz zur Sanduhr, nicht einfach nochmal umgedreht. Wer hier keinen Glauben hat, muss verzweifeln. Wir sind nicht die Herren der Zeit, meist sind wir nicht mal Herren unserer Zeiteinteilung, denn Andere fordern unsere Zeit. Wir gut, dass der Sand unserer Zeit nicht ins Leere verrinnt. Gott ist der Herr der Zeit und der Ewigkeit. In Seinen Händen sind wir aufgehoben.
Gott hat uns ein weiteres Jahr geschenkt. Wie haben wir die Zeit genutzt? Haben wir sie wirklich genutzt oder nur ausgefüllt mit Betriebsamkeit, mal totgeschlagen, mal hinterhergerannt? Das Jahr war voller Ereignisse, auch in unseren Kirchgemeinden. Etliche Menschen haben viel von ihrer Zeit für Gott geopfert. Viele haben anderen Menschen ihre Zeit geschenkt, und das ist wohl das kostbarste Geschenk, das wir geben können. Alles andere, Geld und Gut, lässt sich wieder beschaffen, Zeit nicht. Die Zeit für andere haben wir nicht einfach so übrig, die müssen wir uns schon nehmen. Auch die Zeit für Gott haben wir nicht übrig; wer mit seinem Engagement für die Gemeinde auf den Tag und die Stunden wartet, wo man mal wirklich nichts Besseres zu tun hat, wird nie dazu kommen. Umso dankbarer sind wir für die vielen Mitwirkenden, die unser Gemeindeleben mit großem Einsatz gestaltet haben, als haupt- und ehrenamtliche Täter des Wortes Gottes in den vielen Gruppen und bei allen Veranstaltungen.
Bevor das Jahr um ist, feiern wir Weihnachten: In Jesus ist Gott Mensch geworden und hat sich all den Zwängen gestellt, die auch unser Leben bestimmen. Jesus hatte nicht viel Zeit; vermutlich ist er nicht viel mehr als 33 Jahre alt geworden. Doch er hat seine Zeit verschenkt, mit vollen Händen und vom ersten bis zum letzten Atem. Jesus weiß: Du hast keine Zeit übrig; aber wenn Du Dir Zeit nimmst für Gott und Zeit für einen anderen Menschen, dann wirst Du so reich beschenkt, dass es sich lohnt. Weihnachten und Jahreswechsel laden uns ein, Zeit zu nehmen für die Dinge und die Menschen, die uns gut tun. Schön, wenn unsere Kirchen dazu gehören; die Türen werden offen sein.

Gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gnadenreiches Jahr 2019 wünscht
Ihr/ Euer Pfarrer Volker Burkart