„Du hast dich müde gemacht mit der Menge deiner Pläne.“ Jesaja 47,13

Viele Pläne sind in diesem Jahr zerplatzt wie Seifenblasen: Feste, Konzerte, Familientreffen, Reisen, Sportereignisse und natürlich auch ganz viele schöne Dinge in unseren Kirchen konnten nicht stattfinden. Große Favoriten um das „Wort des Jahres“ werden vermutlich sein „Corona“, „ausgefallen“ und „abgesagt“. Das kann schon müde machen, wenn man nie weiß, was man überhaupt noch planen kann und was doch wieder nicht geht. Aber Gott sagt durch Jesaja nicht, dass es die Menschen müde macht, wenn ihre Pläne nicht aufgehen; es macht müde, zu viel zu planen!
Wir sollen nicht versuchen, unser ganzes Leben, unsere komplette Zeit zu verplanen. Wir sollen auch nicht meinen, dass immer Alles perfekt klappen muss. Es muss noch Platz geben für spontane Aktionen, es muss noch Zeit bleiben für Muße, also für das kreative Nichtstun, und es muss Raum geben für das überraschende Handeln Gottes. Wo wir das versäumen, wird Gott unsere Pläne zu Nichte machen. Ich habe den Eindruck, dass genau das durch die Corona-Zeit geschehen ist. Und, siehe da, die Welt ist nicht zusammengebrochen. Ja, es gab Einschnitte, auch in persönliche Freiheiten. Ja, es gab Schäden, gesundheitliche und wirtschaftliche auf jeden Fall.
Wir planen, weil es ohne Pläne nicht geht. Wir haben für Oktober geplant, dass es Erntedankfest geben soll und Konfirmation und Kirchweih und Reformationstag. Unsere musikalischen und all die anderen Kreise möchten wieder ein schönes Programm haben, und dann denken wir auch bald schon daran, wie wir Weihnachten feiern können, wenn die Einschränkungen noch bestehen oder gar wieder größer werden. Wir planen, doch immer auf Hoffnung. „Wenn Gott will, dann werden wir.“ So rät uns der Jakobusbrief, wie wir planen sollen.
Vielleicht lernen wir aus dieser Krise, dass eben nicht Alles in unseren Händen liegt, dass alles Planen eine Grenze hat. Und dann ist es gut zu wissen, dass Alles in den guten, treuen, liebevollen Händen unseres Gottes liegt. Wir werden viel Anlass haben zu danken, was ER uns geschenkt hat: Unsere Lebensmittel, die Bewahrung unseres Lebens, die stetige Erneuerung unserer Kirche und viel Segen auf unserem Tun, aber auch Segen auf unserem lassen! Und was unsere Pläne angeht, beten wir vielleicht wieder bewusster: „Dein Wille geschehe!“

Einen gesegneten Herbstmonat wünscht
Ihr/Euer Pfarrer Volker Burkart