Danket dem Herrn und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern.

Dieser Aufruf aus Psalm 105, 1 steht als Losung über dem Reformationstag diesen Jahres. Was zum letzten Tag des Oktober gesagt wird, soll über jedem einzelnen Tag des Monats stehen. Wir haben viel zu danken; nicht nur zum Erntedankfest, das in vielen Gemeinden gefeiert wird. Da machen wir es uns einmal ganz bewusst und stellen uns die Dinge, die gewachsen sind, in den Kirchen sichtbar vor Augen. Aber vor unserem inneren Auge können wir das jeden Tag tun: Vielleicht am Abend kurz überlegen, was an diesem Tag schön war, was wir an Freude erlebt haben, was wir Gutes leisten konnten. Das muss ja nicht immer etwas Großes sein, denn was unser Leben ausmacht und wodurch es lebenswert wird, das sind die kleinen Dinge. Wie wichtig sie sind, bemerken viele Menschen leider erst, wenn sie einmal fehlen! Gemeckert und geklagt wird schnell. Aber das schafft eine Atmosphäre von Unzufriedenheit und Bitterkeit. Wie viel schöner ist es aber, die Augen und Ohren offen zu halten und bewusst wahrzunehmen, was gut ist und gut tut.
In den vergangenen Wochen wurde schon viel gesagt, geschrieben und mit Bildern berichtet, was sich vor 30 Jahren in Deutschland getan hat. Besonders interessant fand ich, wie das Leben von vielen Menschen eine Wende fand. Es gab da Licht und Schatten; manche Lebensläufe wurden gestört, einige sogar gebrochen. Aber andere Menschen sahen ganz neue Chancen und konnten sie nutzen. Aus unserer Heimat sind viele Menschen gegangen und fehlen nun schmerzlich, auch in unseren Gemeinden. Aber die Lebensbedingungen hier sind deutlich besser geworden. Es hat zwar viel länger gedauert als anfangs gehofft (und versprochen), aber viele Menschen genießen das Leben in bescheidenem Wohlstand, in schönen Wohnungen und bunten Gärten, mit Freiheiten, die den wenigsten Menschen auf der Welt zukommen. Wenn ich allein höre, wohin unsere jungen Menschen reisen, welche Ausbildungen sie machen und was sie leisten!
„Vergass dei Haamit net!“ Dort sind deine Wurzeln, die aus dir gemacht haben, was du geworden bist. Aber vergiss auch nicht, wem du Alles verdankst! Wenn wir uns täglich einmal bewusst machen, was an unserem Leben gut und schön ist, dann gehört dazu auch, dass wir unseren Dank nicht nur still in uns hinein denken, sondern auch mal vor allen Menschen laut sagen. Was wir zum Erntedankfest tun, soll an jedem Tag wiederholt werden. Bis zum letzten Tag des Monats, an dem wir dankbar sind, dass Gott immer wieder für eine Erneuerung seiner Kirche sorgt, für Aufbrüche und eine Besinnung auf Sein Wort.
Einen goldenen Oktober wünscht

Ihr/ Euer Pfarrer Volker Burkart