Nun danket Alle Gott mit Herzen, Mund und Händen!

Wieder einmal dürfen wir Erntedankfest feiern. Trotz aller berechtigten Klagen über die Trockenheit, bei allen Sorgen um den offenkundig stattfindenden Klimawandel, haben wir genug, und mehr als genug zu essen. Wir leben (noch) in einem friedlichen Land, in dem der Wohlstand für die Mehrheit gesichert scheint. Nichts davon ist selbstverständlich!
Das Glück begreifen wir Menschen leider oft erst dann, wenn wir es vermissen. Damit wir nicht nur klagen über das, was wir entbehren, wollen wir nicht vergessen zu danken für das, was wir haben. Für viele Menschen auf dieser Erde gelten wir als sehr reich, auch wenn wir selber uns nur als durchschnittlich begütert empfinden, weil es ja neben uns so viele Menschen gibt, die genauso gut oder gar noch besser gestellt sind als wir. Da hilft uns oft ein Blick über den Tellerrand und über den Gartenzaun. Bei dem untenstehenden Gemeindeabend ist Gelegenheit, über das Leben der Landbevölkerung in Guatemala zu erfahren. Aber auch TV-Berichte aus fernen oder gar nicht so fernen Ländern, die schönen Abende zum Weltgebetstag der Frauen oder die Veröffentlichungen unserer Missionsgesellschaften zeigen uns, wie Menschen mit viel weniger Dingen auskommen müssen. Und manchmal beschämen uns diese Menschen mit ihrer Bescheidenheit und mit ihrer Fähigkeit, ihr Leben als Glück wahrzunehmen.
Die Liedzeile in der Überschrift lädt uns ein zu danken mit dem Herzen. Eine innere Einstellung, die uns zufrieden werden lässt, die uns das Nörgeln verwehrt über das, was uns angeblich zum Glück fehlt, ist ein guter Beginn. Das Danken mit dem Mund hat seinen Platz natürlich besonders bei unseren Erntedankfesten, aber eigentlich doch an jedem Tag, den uns Gott schenkt, an dem wir mit leidlich guter Gesundheit aufwachen, uns das Essen schmeckt und wir uns an irgendeiner Kleinigkeit freuen. Wir können unseren Dank singen, wer singen kann, oder mit einem Tischgebet sagen: „Danket dem Herrn, denn ER ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich!“
Und dann sollen unsere Hände nicht den Dank vergessen; jede Gabe, mit der wir das Leben eines Menschen auf dieser Welt leichter, besser, schöner oder einfach nur erst möglich machen, ist ein stilles Lob auf den Geber aller guten Gaben. Eine fröhliche Erntezeit, ein dankbares Genießen der guten Gaben Gottes und die Freude am Danken mit Herzen, Mund und Händen wünscht

Ihr/ Euer Pfarrer Volker Burkart