Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. (Monatsspruch September, Pred. 3, 11)

"Da staunst du!“ das verspricht das Thema unserer Kinderbibelwoche, die mit dem Gemeindefest am 2. September endet. Was haben wir auch in den letzten Monaten gestaunt: Der trockenste Sommer seit Menschengedenken, eine Mondfinsternis im Juli, grandiose Nachthimmel mit unzähligen Sternen, Sternschnuppen im August. Ja, Gott hat alles schön gemacht, nur kann der Mensch das oft nicht begreifen. Wer in den Ferien verreist war, konnte sicherlich auch staunen über herrliche Landschaften, imposante Bauten, faszinierende fremde Kulturen; aber auch hier macht menschliche Dummheit nicht Halt: Betonburgen an Stränden und in Bergtälern, Plastikmüll in den Meeren, Touristen-Nepp allerorten. In vielen beliebten Urlaubsregionen hat es gebrannt, sogar Todesopfer waren zu beklagen. Nicht nur sommerliche Hitze und Trockenheit haben die Brände verursacht, oft war es Unachtsamkeit mit Feuer, nicht selten stehen aber auch Spekulanten dahinter, die durch Brandstiftung neuen Baugrund erzwingen wollen. Gott hat alles schön gemacht, wenn nur nicht so vieles durch Menschenhand verdorben würde. Auch in unserem schönen Erzgebirge steht die Frage, was denn ein Segen für unser Land sein wird; es machen sich Hoffnungen breit, dass es wieder Bergbau geben könnte. Unsere Vorfahren haben es immer als Segen Gottes begriffen, wenn der Berg seine Schätze hergab und die Familien Arbeit und Leben hatten. Aber der Bergbau lässt auch seine Altlasten zurück: Strahlende Abraumhalden, vergiftete Gewässer, durchlöcherten Untergrund und ruinierte Gesundheit. In diesen Wochen ringt mit Pödelwitz wieder einmal eine Gemeinde im Leipziger Land um ihr Überleben, gegen die Braunkohlebagger. Segen und Fluch liegen oft so dicht beieinander. Wir Menschen müssen immer in Situationen etwas entscheiden, dessen Ende wir nicht absehen können. Das kann nur Gott!
Aber Gott hat auch die Ewigkeit in unser Herz gelegt, er hat uns eine Sehnsucht mitgegeben nach dem Vollkommenen, nach etwas, das nie endet. Wir tragen die Sehnsucht nach Gott in uns, nach seiner Liebe, nach seinem schöpferischen Geist. Und wir wissen, dass ER auch aus dem Unvollkommenen, das wir tun, Segen wachsen lassen kann. Der September ist der Erntemonat! Nicht Alles, um das wir uns bemüht haben, trägt seine Früchte, nicht Alles kann gelingen, was wir erhoffen. Dafür wächst genügend Überraschendes, wo wir es nicht erwarten. An Gottes Segen ist Alles gelegen!

Eine reiche Erntezeit wünscht Ihr/ Euer Pfarrer Volker Burkart