Schöne Ferien!

Das wünschen sich viele Menschen in diesem Juli. Für die Kinder beginnen die Sommerferien, viele Betriebe machen Urlaub und manche Menschen warten schon lange sehnsüchtig darauf, dass es wieder einige Freiheiten „nach Corona“ gibt. Viele Menschen freuen sich, nach der langen Zeit verordneter Untätigkeit wieder tun zu können, was sie nicht durften. Für manche ist es eine Freude, endlich arbeiten zu können. Vielleicht haben Einige aber auch gelernt, dass es nicht immer etwas Besonderes braucht, um glücklich zu sein. Unsere Natur hat jedenfalls die „Zwangspause“ genießen können, es war ihr anzusehen.
So wünsche ich uns Allen, dass die Sommerzeit eine Zeit wird, die uns dankbar macht. Etliche können danken, dass sie die Ferien genießen dürfen; andere werden dankbar sein, wieder tätig zu werden. Viele haben Grund zu danken, dass sie gesund davongekommen sind in der Zeit der Pandemie, denn wir vergessen auch nicht, dass dieses Virus auch unter uns Menschenleben gekostet hat, die wir zu beklagen haben, und dass nicht alle, die es überlebt haben, noch richtig gesund geworden sind. Diese vernichtenden Wellen der Infektionen haben uns gelehrt, dass unser Leben nicht auf Felsengrund steht, sondern auf sehr dünnem Eis. Ständig haben wir gefühlt, dass unser Leben in Gefahr ist. Diese Gefahr hatte ein Gesicht in diesen stacheligen Winzlingen, die überall sein können, und wir hatten uns ständig zu wehren mit Masken, Desinfektionsmitteln und Impfungen. Die schrecklichen Bilder sind noch vor Augen, von überfüllten Krankenhäusern, Rettungswagen in der einen Warteschlange und Bestattungsfahrzeugen in der anderen.
Das Leben ist in Gefahr, und doch ist es wunderschön. Vielleicht macht gerade die Vergänglichkeit uns am deutlichsten bewusst, wie wertvoll jede Minute, jede Stunde, jeder Tag ist. Und am wertvollsten wird unsere knappe Zeit, wenn wir sie füllen mit Dingen, die ihren Wert behalten. Teilen wir unsere Zeit nicht nur ein, sondern teilen sie miteinander, jetzt, wo es wieder möglich wird! Sammeln wir nicht nur Fotos in Alben, sondern dankbare Erinnerungen im Herzen an glückliche Momente. Genießen wir bewusst Sonne und Regen auf dem Gesicht, atmen die Luft unserer Wälder oder der See, schmecken das Aroma wilder Erdbeeren oder eines Eisbechers, genießen den Ausblick von einem Gipfel oder vom heimischen Berg oder Balkon. Danken wir Gott für die glücklichen Momente, für diese kleinen Grußkarten, die uns der Himmel schickt. Und schauen wir auch weiter auf Gottes Schöpfung, die begann, sich etwas zu erholen. Bleiben wir umsichtig!

In diesem Sinne schöne Ferien und Gottes Segen wünscht
Ihr/ Euer Pfarrer Volker Burkart