Bleibe im Lande und nähre dich redlich. Psalm 37, 3

In diesem Jahr werden viele Menschen diesen biblischen Rat befolgen. Die meisten werden gar nicht wissen, dass dieses Sprichwort aus der Bibel stammt, und etliche werden sich vielleicht sogar ärgern, dass ihnen die Corona-Beschränkungen einen Strich durch die ursprüngliche Urlaubsplanung gemacht haben. Noch dazu werden Urlaubsquartiere in unserer deutschen Heimat rar und teuer werden, weil der Ansturm der Erholungssuchenden stärker als sonst sein wird, da Auslandsreisen entweder nicht möglich oder zu riskant sind.
Unseren Vorfahren war aber dieses Psalmwort lieb und wert; sie wussten es noch zu schätzen, wenn sie ein Heimatland hatten und sich in Friedenszeiten redlich nähren konnten. Heimat und Lebensunterhalt zu haben ist ein hohes Gut, vor Allem dann, wenn man es einmal bitter entbehren musste. Heimat und Leben sind ein Geschenk Gottes, für das wir nicht genug danken können; wie viele Menschen unserer Tage müssen ohne Heimat und ohne gesichertes Leben klarkommen.
Es ist kein großes Unglück, wenn wir in diesem Jahr Urlaub machen in Balkonien oder in Bad Meingarten. Es ist ein großes Glück, dass wir ein schönes Heimatland haben. Und vielleicht lernt der Eine oder die Andere dieses Glück ganz neu zu schätzen, wenn sie die Schönheiten unseres Landes neu sehen. Auch bei uns geht sie Sonne in herrlichen Farben auf und unter, glitzert Licht auf dem Wasser, rauschen Blätter im Wind, singen Vögel, blühen Blumen und laden Strände zum Baden, wenn auch die neuen Leipziger Seen nicht ganz die Algarve sind. Aber enger als an der Riviera geht es auch am Geyrischen Teich nicht zu.
Der 37. Psalm lädt dazu ein, gleichmütig zuzusehen, wenn es anderen Menschen scheinbar besser geht. Wir sollen nicht neidisch sein, wenn wir etwas mal nicht haben können. Erst recht wenn Menschen, die nicht nach Gott fragen, sich frech bedienen an den Gütern der Erde, dann sollen wir wissen, „wie das Gras werden sie bald verdorren!“
In der Beschränkung kann ein Segen liegen. So sollen wir nicht klagen, dass uns Corona einige Wege versperrt. Wir sollen dankbar und fröhlich annehmen, was Gott uns immer noch schenkt. Es ist nicht wenig.

Eine gesegnete, behütete Sommer- und Ferienzeit wünscht
Ihr/Euer Pfarrer Volker Burkart