„An Sonne, Mond und Sternen werden Zeichen zu sehen sein“

So sagt es Jesus voraus (Lk. 21, 25). Damit verbunden ist seine Ankündigung, dass er wiederkommen wird. Man kann solche Aussagen abtun als Vorstellungen einer längst vergangenen Zeit. Am 27. Juli wird eine totale Mondfinsternis den Vollmond verdunkeln. Dieses Ereignis ist voraus berechenbar und wird bei klarem Nachthimmel zu sehen sein. Niemand wird darüber groß erschrecken oder jetzt besondere Ereignisse erwarten. Das war natürlich in Zeiten, als die Menschen die Gesetze der Astronomie nicht kannten, ganz anders: Furcht und Schrecken breiteten sich aus, wenn etwa Luftspiegelungen die Sonne doppelt erscheinen ließen oder Meteoriten einschlugen.
Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, welche Folgen das hätte, wenn die großen Ordnungen des Weltalls in Aufruhr gerieten? Wer hat schon einmal gestaunt über einen Sternenhimmel in klarer, dunkler Nacht? Oder darüber, dass einzig unser Blauer Planet gerade den richtigen Abstand zur Sonne hat, um Leben zu beherbergen? Wir leben von Voraussetzungen, die wir nicht geschaffen haben. Nur einige dieser Voraussetzungen vermögen wir zu zerstören.
Vielleicht gibt die Sommerzeit die Gelegenheit, einmal mehr darüber nachzudenken. Und es ist immer Zeit für eine bewusstere, verantwortlichere Lebensweise. Es liegt zu einem guten Teil in unserer Hand, ob sich Sonne, Mond und Sterne im Smog verdunkeln, ob das Meer weiter von Mikroplastik belastet wird, ob die Erde für künftige Generationen von Menschen ein freundlicher Platz zum Leben bleibt oder eine Müllhalde wird.
In Gottes Händen alleine liegt es, wie lange die Zeit dieser Erde noch währt. Er lässt durchaus mit sich reden. Und auf jeden Fall ist es immer Zeit zum Danken; ob wir zuhause eine Auszeit genießen, ob wir aufatmend am Meer stehen, überwältigt Berge bestaunen, fremde Länder entdecken oder die Schönheit der Heimat neu sehen. Ein Sonnenaufgang, eine Mondfinsternis, ein Regenbogen nach dem Unwetter können uns ins Staunen und ins Danken versetzen, aber es tut auch ein Besuch von lieben Freunden oder ein leckeres Essen, die wunderbare Bewahrung in einer Gefahr, eine leidlich gute Gesundheit oder der ganz neue Blick auf das Leben. Sie alle sind Zeichen, dass Gott da ist.

Einen Sommer voller neuer Erkenntnisse wünscht Ihnen/Euch
Pfarrer Volker Burkart