Jesus sagt: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben!“ Johannes 14, 19

Die Schnurrhaare einer Katze sind ein Wunder der Natur: Sie sind feinste Antennen, die ständig die Umgebung abtasten und den Nervenzellen an ihren Wurzeln melden, ob ein Durchgang groß genug ist oder ob es eng wird, zu eng für die Katzenklappe oder die Astgabel. Wird die Katze fülliger, wachsen die Schnurrhaare nach. Es gilt die Regel: Wo der Kopf mitsamt den Schnurrhaaren hindurch passt, kann auch der ganze Körper nachfolgen.
Ein schönes Bild für das Geschehen des Osterfestes: Wo Jesus, unser Heiland, durchgegangen ist, da passt auch sein Leib hindurch, die Gemeinde. Wer Jesus, seinem Haupt, folgt, der geht auch durch die Tür des Todes hindurch in das neue Leben.
Eine Katze soll sieben Leben haben; wir haben nur eines. Darum ist dieses Leben so kostbar, und jede Stunde, jeder Tag haben ihr eigenes Recht, dass wir sie sorgsam nutzen, das Schöne auskosten und das Schwere tapfer ertragen. Unsere Zeit ist endlich, und das wird uns immer wieder schmerzlich bewusst. Besonders, wenn ein lieber Mensch von uns geht, wenn wir eine Chance verpasst haben oder wenn uns wieder mal die Zeit wie Sand zwischen den Fingern verrinnt. „Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit!“ (EG 325)
Die Zusage Jesu und seine Auferstehung am Ostermorgen haben die Erklärung Gottes an sein Volk noch einmal erneuert und bekräftigt: Du sollst leben! Dazu hat Gott den ersten Menschen am sechsten Schöpfungstag gerufen. Dazu ist Gott uns Menschen immer wieder nachgelaufen, hat uns Gnade um Gnade geschenkt, eine Frist nach der anderen gesetzt. Wir sollen leben! Gott ist nicht die Schicksalsmacht, die uns irgendwann nach Belieben den Lebensfaden abschneidet, nicht der Totengott, der irgendwo die armen, verlorenen Seelen sammelt. Gott ist der Schöpfer und der Geber des Lebens. Und Jesus ist der Botschafter des Lebens. Nachfolge heißt, das Leben zu gewinnen, schon in dieser Zeit und erst recht in der Ewigkeit.

Eine gesegnete Osterzeit wünscht
Ihr/ Euer Pfarrer Volker Burkart