Willkommen im Land der Frühaufsteher!

So begrüßte (aus mir völlig unbekannten Gründen) das Land Sachsen-Anhalt seine Besucher auf großen Werbetafeln an der Autobahn. So könnte ich am Palmsonntag die Gemeinden im Gottesdienst begrüßen, weil (aus mir völlig unbekannten Gründen) wieder mal auf Sommerzeit umgestellt wird. Während ich solchen Unfug nicht nachvollziehen kann, würde es sich lohnen, immer mal wieder früh aufzustehen: Jeden Sonntag gibt es Gottesdienste! Und das ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr in unserem Land: In vielen Gegenden stehen Kirchen an Sonn- und Feiertagen leer, die Orgeln sind stumm, die Glocken rufen nicht zum gemeinsamen Gebet, weil es für immer weniger werdende Christen auch keine Pfarrer und Kantoren mehr gibt. Leere Kirchenbänke und Schaukästen mit vergilbten, veralteten Bekanntmachungen sprechen eine traurige Sprache, halten uns eine Predigt über die Gottvergessenheit eines Wohlstandslandes. Derweil regen sich viele Menschen auf über die zunehmende Zahl an Moscheen und anderen Gebetshäusern fremder Religionen. Warum? Wenn ein Land seinen Gott vergisst, dann kommen eben die Götzen. Die Bibel warnt uns mit dem Beispiel Israels: Zwei Mal hat Gott zugelassen, dass Heiden seinen Tempel zerstörten, weil sein Volk ihn, die lebendige Quelle, verlassen hatte und dafür abgestandene Brühe aus selbst gebauten Zisternen getrunken hatte; sie hatten den richtigen Gottesdienst für den einzigen Gott verschmäht und dafür lieber fröhliche Orgien gefeiert für die Götzen des Habens und des Scheins. Bitte, wenn Deutschland sonntags lieber die Konsumtempel besucht, dem Fußballgott opfert oder dem Wellnesswahn frönt, dann sollen eben die Kirchen leer bleiben und die Moscheen voll sein.
Lieber aber begrüßt Gott die Frühaufsteher in seinem Haus zu einem fröhlichen Fest. Die dürfen dann auch sicher sein, dass Jesus sie einmal begrüßt im Reich derer, die mit ihm auferstehen dürfen. Um sich darüber zu vergewissern, dürfen wir jede Woche am ersten Tag (denn das ist der Sonntag) ein Osterfest feiern und uns zurufen:
„Der Herr ist auferstanden; ER ist wahrhaftig auferstanden!“

So grüßt auch Ihr/Euer Pfarrer Volker Burkart