Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
1. Mose 9, 13

Etwas Neues beginnt! Für uns ein weiteres Jahr. Das Kirchenjahr hat ja schon längst begonnen und nimmt seinen Lauf, wir planen die Feiertage, die Ereignisse für Kinder und Erwachsene, und in diesem Jahr auch wieder einen Besuch des Kirchentages in Dortmund. Mit dem Kalenderjahr beginnen nun neu die Geschäftsjahre, Bilanzen werden gezogen und Pläne gemacht.
Gott macht immer wieder einen neuen Anfang. Davon erzählt die Geschichte von der Sintflut. Eigentlich hatte er die Nase voll von seiner missratenen Schöpfung, besonders vom Menschen, der ja eigentlich die Krone der Schöpfung sein sollte und so schmählich versagt hatte. Die Bilanz ist vernichtend: „dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und das Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar“. Da gab es nichts Gutes; fast nichts, mit Ausnahme von Noah.
Wie fällt Gottes Bilanz heute aus? Liegt auf der guten Seite der Waage etwa mehr als auf der schlechten? Wie sieht das aus in meinem ganz persönlichen Leben? Habe ich im letzten Jahr erreicht, was ich mir vorgenommen habe? Wie sieht mein Plan aus für 2019? Reicht es wieder mal nur für dieses zaghafte „man müsste mal wieder; ich sollte eigentlich“? Und wie würde Gott seine gesamte Erde beurteilen? Er müsste feststellen, dass sich auch nach der Sintflut nicht viel zum Besseren gewendet hat.
Gott weiß, wie dürftig die Bilanz der Menschheit ausfällt. ER hat dennoch seinen Bund geschlossen mit Noah und seinen Nachkommen. Dafür steht der Regenbogen. Diese berührende bunte Lichtbrechung des Sonnenlichtes nach einem Regen zeigt uns: Gott ist immer doch noch gnädig. Unverdient haben wir Seine Liebe und Seine Geduld und Nachsicht. Es ist der Bund, den ER mit seiner ganzen Schöpfung geschlossen hat. Sein Plan ist, dass das Leben nicht aufhört. Der Kreislauf des Lebens auf der Erde hört nicht auf, so lange es die Erde gibt. Und wenn der Kreis des Lebens auf der Erde sich für uns schließt, dann öffnet uns Gott die Tür zum ewigen Leben. Das Zeichen dafür ist dann nicht mehr der Regenbogen, sondern das leere Kreuz und das offene Grab Jesu.
Wenn wir uns nun doch etwas vornehmen wollen für das Jahr 2019, dann ist die Jahreslosung ein guter Plan: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Jage ihm nach, mit der Spürnase des Jagdhundes, der hartnäckig sein Ziel verfolgt, mit der Erfahrung des Jägers, der die richtige Zeit und die ideale Stelle kennt, mit der Liebe zur Schöpfung, die uns umgibt. Wir suchen ein Ziel, das schöner ist als ein totes Tier auf dem Moos. Wir suchen den guten Schluss, bei dem sich alte Feinde die Hände reichen, weinend über die eigene Dummheit sich in den Armen liegen. Das ist aller Mühe wert.

in gesegnetes Jahr wünscht
Ihr/ Euer Pfarrer Volker Burkart